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Der Zeitungsartikel

Wenn sich deutsche Probleme relativieren
Andreas Schmidt von den Betzdorfer Pfadfindern weilte vier Wochen in Bolivien / Mit 1000 Euro vom Weinfest enorm viel erreicht

Gruppenbild nach getaner Arbeit, die deutsche Reisegruppe mit ihren bolivianischen Freunden und einigen Schülern
Mit den 1000 Euro aus dem Erlös des DPSG-Weinfestes in Betzdorf konnten in Bolivien zahlreiche Arbeiten an einer Schule finanziert werden. Das Bild zeigt die Reisegruppe aus Deutschland mit einigen Schülern

Nach fast vier Wochen kehrten jetzt 17 Pfadfinder der Deutschen Pfadfinderschaft Sankt Georg (DPSG) des Diözesanverbandes Trier von ihrer Begegnungsreise nach Bolivien zurück. Unter ihnen Andreas Schmidt, Stammesvorsitzender der Betzdorfer Georgspfadfinder. Ziel der Reise war es, die seit vielen Jahren bestehende Partnerschaft zwischen den Pfadfindern des District Cochabamba und denen der Diözese Trier auszubauen.

"Ein weiteres Ziel war", so Andreas Schmidt "eine Möglichkeit zu finden, unsere seit den 70er Jahren bestehenden Aktivitäten für das Partnerland Bolivien persönlicher zu gestalten". Um diese Ziele zu erreichen hatte die deutsch/bolivianische Reiseleitung ein straffes Programm erstellt.

Neben den zwei eher touristisch gestalteten Tagen, um die Stadt Cochabamba und deren Umgebung zu erleben, gab es zahlreiche andere Aktivitäten. Dabei lernten die Reisenden die Menschen, die Geschichte und Kultur und auch die Probleme und die überall vorhandene Armut des Landes kennen. Immer mit dabei einige Pfadfinder des ASB (Asociación de Scouts de Bolivia).

Für die Betzdorfer Pfadfinder besonders wichtig war ein Tag in einer Landschule in Quillacollo, einem Stadtteil von Cochabamba. Hier wurde ein Teil des Gewinnes des Weinfestes zum 50jährigen Bestehen der Betzdorfer Pfadfinder verwendet, um die Schule mit vier Klassenzimmern zu erweitern. Dadurch haben nun 120 Schüler, die bisher unter freiem Himmel Unterricht hatten, einen festen Klassenraum. Von € 1.000,- wurden sämtliche Fenster und deren Einbau, die Türen der Klassenzimmer samt Rahmen und Einbau, die Beschichtung der vier Tafeln, die komplette Bestuhlung von zwei Klassen sowie das Treppengeländer zum und das Geländer im ersten Stock finanziert.

Ein besonderer Höhepunkt für die langjährige Bolivienarbeit der Betzdorfer Pfadfinder ist die nun bestehende Möglichkeit eine Partnerschaft mit einer bolivianischen Pfadfindergruppe einzugehen.

Dazu besuchte Andreas Schmidt den Stamm "Primavera" (spanisch für Frühling) in Quillacollo. Zusammen ging es in Zeltlager und auch eine Gruppenstunde war Teil des Besuches. In vielen Gesprächen mit den Kindern und Gruppenleitern wurden Unterschiede und Gemeinsamkeiten der beiden Länder festgestellt. Außerdem klärte man, wie eine zukünftige Partnerschaft der beiden Stämme aussehen könnte.

Drei weitere Tage lang verbrachten die deutschen Pfadfinder in unterschiedlichen Sozialprojekten. "Sayariku - steh auf" ist ein Projekt für Straßenkinder in dem es in mehreren Schritten darum geht, Kinder von der Straße zu holen und ihnen ein Leben in und mit der Gesellschaft zu ermöglichen. Dabei müssen den Kindern unter anderem Dinge beigebracht werden, die für uns alltäglich sind. Z.B. was es bedeutet etwas zu besitzen. "Erst wenn ich die Bedeutung von Eigentum kenne, verstehe ich, warum ich nicht stehlen darf." bekam Schmidt von den Helfern des Projektes erklärt.

Während des Besuches in den Chapare, ein riesiges tropisches Gebiet in Bolivien, lernten die deutschen Pfadfinder die Lebenswirklichkeit von Kokabauern kennen. Die Probleme, die mit dem Anbau der Kokapflanze entstehen können (aus den Blättern wird Kokain für die Industrieländer gewonnen) hatte man vorher nicht so deutlich erkannt.

Die letzten Tage ihres Aufenthaltes verbrachten die Pfadfinder in verschiedenen Teilen des Landes. Dabei ging es darum, neben der Armut und den vielfältigen Problemen des Landes auch dessen Schönheit und Vielseitigkeit zu erleben. Mit vielen Eindrücken und zahlreichen neuen Freunden flog die Reisegruppe nach viel zu kurzen vier Wochen wieder nach Deutschland zurück. Mit im Koffer ist die Erfahrung, eines der ärmsten Länder unserer gemeinsamen Welt besucht zu haben. Außerdem die Erkenntnis, dass die Probleme in Deutschland auf einem ganz anderen Niveau als die Probleme in Bolivien zu betrachten sind.


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